Wie die UNESCO schreibt: „Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wurde am 22. Dezember 2015 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen. Er wird jährlich am 11. Februar begangen und soll an die entscheidende Rolle, die Mädchen und Frauen in Wissenschaft und Technologie spielen, erinnern. Auf internationaler Ebene richten die UNESCO und UN-Women in Kooperationen mit Partnern und der Zivilgesellschaft die jährlichen Feierlichkeiten aus.“
Klingt schön. Zumal wir (auf dem Stand vom 15.02.2026) diesen Hintergrund unter dem Slogan finden: „Weltweit geht viel Forschungspotenzial verloren, da zu wenige hoch qualifizierte und gut ausgebildete Frauen in der Forschung arbeiten.“
Und was haben wir an diesem Tag gemacht?
Wir hatten ein Revival unseres „Kieler Woche Museums“. Wie bereits 2025 für die Kieler Woche konzipiert und dort erstmalig umgesetzt, möchten wir vor einer Auswahl interessanter Biographien auf (historische) Frauen aufmerksam machen und mit Frauen der Gegenwart in den Austausch gehen; nicht zuletzt, um zu diskutieren, wie man die künftigen Wissenschenschaftler*innen und Forscher*innen erreicht, die aktuell noch die Schule besuchen.
Wir haben uns sehr gefreut an diesem Tag die Ausstellung von den Frauen in der Informatik und in der Mathematik der Uni Kiel ergänzen zu dürfen und 12-18 Uhr in der LMS8 zu sein.
Mit 17 Besucher*innen hatten wir (wenig überraschend und wie erwartet) weniger Zulauf als zur Kieler Woche (obwohl die Besuchszahlen auch da, über den Tag verteilt & auch von Tag zu Tag sehr unterschiedlich waren). Und es zählt natürlich nicht „die Masse“. Es gab wieder sehr interessanten Austausch; und da ist es durchaus schön, in einem Gespräch bleiben und sich mit mehr als mit nur ein paar Sätzen unterhalten zu können. Denn das Thema „Frauen in der Wissenschaft“ ist umfangreich.
Auch halten wir es grundsätzlich für wichtig, an so einem Tag präsent zu sein und Frauen in der Wissenschaft sichtbar zu machen. Denn auch wenn alle Besucher*innen in die Altersgruppe Ü20 fallen, sind durchaus auch junge Frauen und Männer ihrem Interesse gefolgt.
Beides ermöglichte uns gutes Feedback; nicht zuletzt auch auf unsere „Science Comes To Town“ Co-Creation-Frage(n), sprich: Welche Begeisterungen haben Student*innen & Wissenschaftler*innen, die schon an der Uni sind? Welche Hürden möchten sie nennen? Welche „Kleinigkeiten“ erschweren Frauen den Alltag? Was fällt vielleicht in einer Lehrveranstaltung auf? Und was sind „mentale Irritationen“ – Stolpersteine – die Männern verdeutlichen, was Frauen an vermeintlichen Kleinigkeiten so beschäftigt?
Übrigends eine sehr gute Besucher*-Frage: Wie wählt man Frauen für Portraits und vorzustellende Biographien aus? Wir haben am 11.02. auch darüber gesprochen. Und deshalb möchte ich die Frage hier gerne an alle zurück geben: Wen würdest Du wählen? Wir sind beim aktuell laufenden Projekt „Unsere Wissenschaftlerin des Monats“ immer offen für Vorschläge. Und auch offen dafür, nach deinen Suchkriterien (z.B. Region, Fachgebiet & Thema, Jahrhundert, etc.) jemanden zu finden.
Zudem war es schön und inspirierend, dass mehrere Fachabteilungen sowohl historische, wie gegenwärtige Frauen vieler Nationalitäten vorstellten. So war es durchaus interessant ‚mal kurz‘ zu vergleichen was von den Konferenzbesuchen einer alleinstahenden Frau unter „Frühe Archäologinnen in Schleswig-Holstein“ berichtet wird, was eine moderne Professorin über Frauen dort sagt, und was ich z.B. selbst auf dem Ocean Science Meeting 2018 erlebt habe. Denn erst durch dieses zusammen denken, lassen sich individuelle von systematischen Hürden trennen, lassen sich Errungenschaften der letzten Jahrzehnte aufzeigen, und lässt sich feststellen, wo es noch weiteren Verbesserungsbedarf gibt.
Apropos Verbesserungsbedarf ...
Wusstest Du das der 11.02. so ein wichtiger Tag ist? Also ich gebe zu, ich hab‘ es erst von unserer Kooperation mit den frauen.inf erfahren. Gut, der Tag wurde „erst“ 2015 von der UN beschlossen – ich kann ihn aus meiner Schulzeit also nicht kennen. Ich hab‘ danach aber auch nie was davon gehört; nicht als Promotions-Studentin, nicht als wissenschaftliche Mitarbeiterin, nicht als (Vertretungs-)Lehrerin, nicht im Ganztag der Schulkinder, und in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit schon gar nicht. Also wann und wie genau wird an dem Tag sonst noch so gefeiert und an WissenschaftlerINNEN erinnert?!
Wir möchten an diesem Tag festhalten!
Wir möchten auch in den kommenden Jahren am 11.02. Frauen in der Wissenschaft würdigen - erinnern - feiern - in den Austausch gehen.
Das ist weniger eine Frage nach dem „ob“, sondern eher eine „wo“ und eine „wie“ Frage. Denn es gibt berechtigte Logistik-Punkte: An der Uni fällt der Tag immer in die Prüfungsphase, d.h. wer Prüfungen hat (auch z.B. als Dozent*in und Co.) ist gedanklich bei diesen Aufgaben. Wer keine Prüfung hat, macht noch Semesterferien. Beides begrenzt verständlicher Weise die Kapazitäten für die Orga. Und gerade deshalb wäre es uns als gemeinütziger Verein eine Freude auch in kommenden Jahren mit unseren Angeboten ergänzen und unterstützen zu können.
Auch die Frauen der Informatik haben (umliegende) Schulen eingeladen. Dort hieß es aber (wie wir es auch schon zur Kieler Woche gehört hatten), dass es schulisch gesehen, ein schlechter Zeitpunkt und nichts zu machen ist. Lässt sich da wirklich nichts machen? Oder wäre es eine Idee in Richtung Ganztag zu denken, und mit den Schüler*innen nach dem Mittag einen Besuch zu planen?! Das könnte man sich bis nächstes Jahr ja mal in Ruhe überlegen 🙂




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