Nur wachsen und warten?

Die Garten-AG der OGTS Schönkirchen im Interview

Es gibt die These, dass Lein nach der Keimung keine Arbeit mehr macht. Stimmt das oder musstet ihr euch in den Wochen nach den Osterferien um das Beet kümmern?

Uns ist aufgefallen: Der Lein braucht ganz schön viel Wasser. Gegossen haben wir oft auch zusätzlich zur AG-Zeit Mitte oder Ende der Woche, damit der Lein bis zur nächsten AG-Stunde gut weiter wächst. Da wir Drittklässler auf dem Gelände auf dem auch das Beet steht unsere Draußenzeit in der OGTS verbringen ist es aber kein Problem und wir können immer schauen, wie es den Pflanzen geht.

Am Anfang haben wir ein paar mal Unkraut gezupft. Mittlerweile können wir die Pflanzen gut unterscheiden und erkennen die deutlich anders geformten Blätter von Beikräutern auch wenn diese noch ganz klein sind. So konnten die Beikräuter gar nicht erst Fuß fassen und der Lein hatte von Anfang an gute Bedingungen.

Und mit dieser Pflege wächst der Lein gut?

Ja, er wächst. Inzwischen legt er jede Woche und jeden Tag (je nach dem wie oft wir danach schauen) einige Zentimeter zu. Heute, am 08.06. also 11 Wochen nach der Aussaat messen wir bei den größten Pflanzen eine Höhe von 51 cm. Wir finden, das geht ganz schön schnell und freuen uns über das gut sichtbare Wachstum. Es ist auch erstaunlich wie viele Blätter die Pflanzen jetzt haben. Bei den anfänglichen zwei (Keim-)Blättern haben wir das nicht erwartet und uns auch nicht vorstellen können.

Und weil es so gut wächst haben wir ein Stützgerüst gebaut, damit die Halme auch bei Wind und Schauern nicht umknicken. Die Halme wachsen nun gut zwischen den Stricken unserer Stütze.

Auf den Bildern sieht es so aus, als betastet ihr zu AG-Beginn die Pflanzen oft erstmal. Warum?

Es ist uns wichtig ein Gefühl für die Pflanzen zu bekommen. Wir können uns noch nicht so richtig vorstellen, wie daraus Fasern werden (sollen). Zu ertasten wie sich die Pflanzen entwickeln ist gut, um ganz ohne Messgeräte und Hilfsmittel den Fortschritt zu „erfassen“.

Und wie fühlen sich die Pflanzen an?

Das ist jedes mal ein bisschen anders. Sie sind weich, fühlen sich aber auch kräftig an. Als sie noch klein waren, erschienen sie dick. Mittlerweile sind sie groß und eher schlank mit ihren schmalen Stängeln.

Wie erfasst ihr das Wachstum, wenn ihr nicht tastet?

Mit „nature journaling“. Das heißt wir machen immer wieder Zeichnungen und Notizen, um den Fortschritt und besondere Merkmale festzuhalten – mit Bildern, Zahlen, Worten. Das ist gar nicht schwer und macht auch Spaß 🙂 Schaut mal hier:

Was passiert als nächstes?

Wir denken mal der Lein wird noch größer. Das wär schön. Außerdem warten auf die Blüten! Am 08.06. konnten wir noch keine Knospen oder Blüten sehen. Am AG-Tag vom 15.06. sehen wir die Knospen. Die erste Blüte öffnet sich am 17.06. . Leider ist es für unsere Nachmittagsgruppe eher unpraktisch, dass sich die Blüten vormittags öffnen. Gegen 12 Uhr mittags kann man das Beet noch gut in Blüte sehen, am Nachmittag ist der Zauber leider schon vorbei.

Trotzdem freuen wir uns, dass eine weitere Etappe mit der Blüte geschafft ist. Das feiern wir wie viele andere mit Erdbeerkuchen bei der europaweiten Community-Aktion im Juni. Eine Herausforderung ist es „nebenbei“ die Blütenfarbe richtig zu Papier zu bringen. Unter dem Prompt „Erstelle bitte aus realistischen Illustrationen von Flachs/Lein ein Ausmalbild. & … eine weitere Variante die Fasern enthält. & … eine weitere Variante die das Wachstum bis zur Blüte zeigt.“ hat ChatGPT Malvorlagen ausgespuckt, die nur noch coloriert werden müssen. Aber keiner unserer Buntstifte hat die Farbe einer Leinenblüte. Also mischen wir hell- und dunkelblau in dünnen Farbeschichten auf dem Papier, verblenden mit Radiergummi und weisen Stiften bis es etwa passt.

Leider beschließen wir damit auch schon unser AG-Halbjahr. Obwohl wir so zeitig wie möglich gesät hatten, hat es der Lein nicht geschafft, noch vor unseren Ferien Erntereif zu sein. Ob das wohl an der alten Sorte liegt und „Blaublühender Hohenheimer“ einfach länger braucht aus die moderne Sorte, an deren Kulturdaten wir uns orientiert haben? Oder war es das Wetter? Warten wir mal ab, was die Wissenschaftler*innen aus den gesammelten Daten herausfinden.

Gegenfrage: Was passiert eigentlich bei unserer Partnergruppe an der Grundschule am Lerchenberg in Wesendorf?

Infos … coming soon …

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