Wissenschaftliche Begleitung für’s Projekt

Die Fragebögen sind fertig 🙂. Fragebögen? Wozu? Über Science Comes To Town wird unser Projekt von Anneke Steegh am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) wissenschaftlich begleitet. Denn als Teil des Co-Creation-Aspektes möchten wir natürlich nicht nur annehmen, sondern wissenschaftlich ermitteln, dass Veranstaltungen zu Frauen in der Wissenschaft einen Effekt haben und nötig sind. Dass es wichtig ist, Frauen als Vorbilder sichtbar zu machen und eben nicht selbstverständlich ist, dass Mädchen* sie kennen oder selbstständig danach suchen. Warum auch? Nur allzuoft wird es ja als unwichtig dargestellt. Aber wie gesagt, wir mutmaßen nicht, wir messen.

Deshalb wird es „ab sofort“ einen sog. Pre-Test vor jedem Event und einen sog. Post-Test danach geben. Fragebogen 2 (der Posttest) ist eine kürzere Version von Fragebogen 1 (dem Pretest). Dass wir 2 Fragebögen haben ist wichtig, um die Veränderung zwischen „davor“ und „danach“ zu erfassen. Die Teilnahme ist freiwillig und selbstverständlich werden alle erhobenen Daten mit der nötigen Vertraulichkeit behandelt und nur anonymisiert ausgewertet.

Bei den erfragten Informationen orientieren wir uns an soziologischen und psychologischen Konzepten, um besser zu verstehen, wie die Teilnehmenden das Event erleben. Und ja, das ist durchaus ein umfangreicher Ansatz aber eben auch ein guter Überblick über die wichtigsten Fakten, zu denen wir Fragen haben. Denn ein wichtiger Punkt bei „Unserer Wissenschaftlerin des Monats“ ist der Vielfaltsgedanke: So wie ein Mann sich nicht automatisch mit einem anderen Mann identifiziert, nur weil er die Arbeit eines Mannes betrachtet, identifizieren sich auch Mädchen* und Frauen* nicht automatisch mit EINER Frau, nur weil sie eine Frau ist. Um ein Vorbild für mich zu wählen, brauche ich auch Anknüpfpunkte über das Geschlecht hinaus, und da diese bei dem Teilnehmer*innen ganz unterschiedlich sind, sollten auch mögliche Vorbilder diese Vielfalt zeigen und mir die Wahl eines Vorbildes erlauben, mit dem ich mich wohl fühle.

Die Fragebögen sind als Pilotierungs-Studie gedacht. Das ist ein wichtiger Punkt für alle, die sich schon mit Statistik auskennen oder etwas dazu lernen wollen. Denn wir rechnen aktuell mit 25-30 Antwortbögen. Diese Anzahl brauchen wir mindestens, um eine Auswertung machen zu können. Die Datenerhebung wird also etwa ein halbes Jahr dauern. Diese Ergebnisse werden aber wohl, wie es heißt, „nicht repräsentativ“ sein, also uns zwar einen Einblick zu Interessierten in Kiel geben, die am Projekt teilnehmen, aber nicht zwangsläufig mehr. Wir werden also nach 25 Antwortbögen nicht behaupten (können), dass die Ergebnisse für alle Mädchen* und Frauen* überall gelten (können). Auch ist fraglich, ob alle Ergebnisse, wie es heißt, „statistisch signifikant“ sind. Das heißt, wir müssen hinterfragen, ob sich die Antworten in den Fragebögen vom Zufall unterscheiden. Je mehr Fragebögen wir haben, umso besser können wir klare Tendenzen heraus lesen. Andernfalls kann es passieren, dass die wichtigen Erkenntnisse in einer „Datenwolke“ unter gehen, in die man alles mögliche hinein interpretieren könnte. Das wollen und machen wir natürlich nicht, sondern müssen vielleicht am Ende auch feststellen, dass wir auf manche Fragen keine eindeutigen Antworten bekommen konnten.

Pilotierungsstudie heißt in dem Fall: Wir wissen das wir ganz am Anfang stehen und den ersten Schritt machen. Wir wissen auch, dass wir mit diesem ersten Schritt noch nicht meilenweit voran schreiten können. Und wir wissen, dass auf den ersten Schritt gut ein Zweiter folgen kann – aber eben erst nachdem der Erste getan ist. Oder wissenschaftlicher ausgedrückt: Wir erheben einen ersten, kleinen Datensatz. Nach dessen Auswertung sollten sich erste Antworten geben lassen, auf die wir aufbauen können. Stellt sich z.B. die Frage, ob und wie das Projekt verstetigt werden könnte, ob sowas in Kiel gebraucht, gewünscht, und angenommen wird, und welchen Effekt unsere eher kleinen ehrenamtlichen Bemühungen haben, … dann wird uns diese erste kleine Studie, im Sinne einer Pilotierung gute Dienste leisten können.

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